Herz-Jesu

Chronik der Kirchengemeinde Herz-Jesu, Witten

 

 Kleine Chronik der Kirchengemeinde Herz-Jesu, Witten

 

Die Ursprünge:

Nach der Reformation war in Witten weitgehend das katholische Leben erstorben. Die Wittener Bevölkerung hatte sich geschlossen der Reformation angeschlossen, und auch die bestehende Johanniskirche war umgewidmet worden. Lediglich in der Hauskapelle des Gutes Steinhausen, dessen Besitzer katholisch geblieben waren, war noch gelegentlich katholischer Gottesdienst gefeiert worden. Die Bevölkerung in Witten, das 1825 zur Stadt erhoben worden war, war in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts im Zuge der Industrialisierung stark gewachsen. Während die Einwohnerzahl 1838 bei 2.500 lag, stieg sie bis 1872 auf 18.500 an. In dieser Zeit waren auch die ersten Katholiken wieder nach Witten gekommen.

 

1835 Von Langendreer aus wird in Witten eine Gottesdienststelle als “Missionsgemeinde” errichtet, die 1835 einen eigenen Seelsorger erhält. Die Gottesdienste finden in einem Saal in Haus Berge, später in einem Holzschuppen auf dem Grundstück des heutigen Pfarrheimes statt. Zu dieser Missionsgemeinde gehören außer Witten die politischen Gemeinden Annen, Bommern, Heven und Stockum.1837 hat die Gesamt-Kirchengemeinde 400 Mitglieder.
1846 Die Missionsgemeinde Witten wird zur selbständigen Pfarrgemeinde St. Marien erhoben.
1848 Einweihung der seit 1837 mit 500 Sitzplätzen geplanten Marienkirche, die 1896 erweitert wird.
1872 – 1891 Benutzung der Marienkirche durch die Altkatholiken.Die Kath. Kirchengemeinde errichtet eine neue Holzkirche an der Kreuzung Hauptstraße-Ardeystraße als Ausweich-Notkirche.
1881 Bau der St.-Josephs-Kirche in Annen und spätere Abpfarrung.
1903 Bau der Herz-Jesu-Kirche in Stockum; seit 1981: St.-Maximilian-Kolbe-Kirche.
1903

Bau der Herz-Jesu-Kapelle in Bommern

1904

Bau der St.-Josephs-Kirche in Witten-West, nahe Heven; seit 1954: St.-Franziskus-Kirche.

   
  Entwicklung der Kirchengemeinde
1893

Gründung des Kath. Arbeitervereins St. Joseph in Bommern.

1894

Kauf eines Grundstücks von ca. 6.400 qm zum Bau einer kath. Kirche in Bommern durch das Mitglied des Arbeitervereins Ludwig Stratmann – als “Strohmann”, da auf direktem Wege kein Grundstück zu bekommen ist. Die Planungen laufen zunächst dahin, die alte Holzkirche von St. Marien zu übernehmen und nach Bommern umzusetzen. Sie scheitern aber an einem bischöflichen Veto.

1902

Nach einigem Hin und Her – u.a. bezweifelte das preußische Kultusministerium die Finanzkraft der sich neu bildenden Gemeinde – wird schließlich die Baugenehmigung für einen Neubau erteilt, nachdem der Bonifatiusverein seine Hilfe zugesagt hat

10.05.1903

Grundsteinlegung zur Herz-Jesu-Kapelle in Bommern

 

 

18.10.1903

Benediktion der neuen Kapelle durch den zuständigen Dechanten von Hattingen und Annahme durch die Bommeraner Bevölkerung. Sie umfaßt etwa 80 bis 100 Sitzplätze. Die Gottesdienststation ist für die ca. 400 Katholiken aus Bommern (= ca. 10% der Ortsbevölkerung) und 80 aus Wengern gedacht. Die Gottesdienste werden zunächst von den Geistlichen der Kirchengemeinde St. Marien übernommen.

1904

Auf dem Kirchengelände wird eine einklassige, seit 1914 zweiklassige katholische Volksschule , die Kapellenschule, errichtet.

   

 

1912-1919 Die Seelsorgsstelle Bommern wird zur Pfarrvikarie erhoben. Der Neupriester Theodor Legge aus Brakel, Krs. Höxter (Bruder des späteren Bischofs von Meißen, Petrus Legge) wird erster Pfarrvikar. Seine Amtszeit wird unterbrochen durch seinen Dienst als Soldatenpfarrer im 1. Weltkrieg 1914-18. Später wird er Propst in Arnsberg.
1913-1915 In Wengern wird eine eigene Kirche gebaut. Bis zum Jahre 1939, in dem ein eigener Geistlicher nach Wengern kommt, bleibt Wengern Gottesdienststation von Bommern und wird von hier aus mitversorgt.
1914 Gründung des Frauen- und Müttervereins.
1919-1920 Pfarrvikar Heinrich Schulte aus Ehringhausen, später Pfarrer in Sümmern.
1920-1927 Pfarrvikar Rektor Anton Kayser aus Hespecke/Elspe, später Pfarrer in Dortmund-Hörde.
1921 Bau des Pfarrhauses/ Neugestaltung der Kirche und Anbau einer Sakristei.
1922 Gründung eines Jungmänner- und eines Jungfrauenvereins, sowie des Kirchenchores.
1927-1929 Pfarrvikar Franz Wandrowetz aus Dortmund, anschließend versetzt nach Gelsenkirchen-Bismarck.
1.08.1929 Eingemeindung der politischen Gemeinde Bommern in die Stadt Witten.
1929-1950 Pfarrvikar – seit 1941 Pfarrer – wird Alois Husemann aus Frohnhausen/ Warburg.
1930 Umbau und Neuausmalung der Herz-Jesu-Kapelle.
1931 Einrichtung des Kellers der Kapellenschule als Jugendheim, das 1936 von den Nazis geschlossen wird.
1941 Die Kirchengemeinde Bommern-Wengern wird geteilt, Bommern wird zur Pfarrei erhoben, Wengern wird eine finanziell von Bommern abhängige, seelsorglich aber selbständige Pfarrvikarie.
1947 Neugründung des von den Nazis verbotenen “Männervereins”, der sich bei dieser Gelegenheit der KAB (Katholische Arbeiter-Bewegung) anschließt.
1950-1969 Nach dem Tode von Pfarrer Husemann im Alter von 61 Jahren wird Heinrich Becker aus Bochum Pfarrer der Kirchengemeinde Bommern.
1950 Neugründung des Kirchenchores.
1951 Wiedereröffnung der von den Nazis stillgelegten Kapellenschule als konfessionelle Volksschule.
06.07.1952 Gründung der ARG (Alten- und Rentnergemeinschaft der KAB Herz Jesu Bommern
1956-1958 Bau der neuen Herz-Jesu-Kirche.
1957 Konsekration der neuen Herz-Jesu-Kirche durch Erzbischof Dr. Lorenz Jäger von Paderborn. Sie umfaßt etwa 280 Sitzplätze.
1958 Gründung des Bistums Essen: Die Pfarrvikarie Wengern kommt zum Bistum Essen und wird aus dem Pfarrverbund mit Bommern nach Herbede entlassen. Bommern bleibt, da es seit 1929 zu Witten gehört, beim Erzbistum Paderborn, obschon es südlich der allgemein als Bistumsgrenze eingeführten Ruhr liegt.
1965 Nachdem sie einige Jahre brachgelegen hat, wird die alte Herz-Jesu-Kapelle als Pfarrsaal eingerichtet und in Betrieb genommen.
1966 Die Kapellenschule wird geschlossen.
1967 Wahl des 1. Pfarrgemeinderates.
1969-1986 Pfarrer Heinrich Becker wird Pfarrer in Cobbenrode. Sein Nachfolger als Pfarrer in Bommern wird Hermann Willeke aus Lüchtringen bei Höxter.
1970 Der Kirchenchor stellt seine Arbeit ein.
1975 Abbruch der Kapellenschule. Bau des neuen Kindergartens auf diesem Gelände.
1976  Eröffnung des neuen zweigruppigen Kindergartens Herz-Jesu.
1980 Gegen den heftigen Widerstand des Generalvikariates Paderborn, das den Bau eines kompletten Gemeindehauses bevorzugt, wird unter dem Kindergarten als Gemeinderaum für die ganze Gemeinde die “Gemeindeklause” eröffnet, in der sich allerdings auf Dauer nur die Erwachsenen-Gruppen halten können, während die Jugendarbeit eingeht.
1984-1986 Renovierung und Neugestaltung der Herz-Jesu-Kirche.
1985 Pensionierung von Pfarrer Hermann Willeke. Er zieht sich zurück in seine Heimat Lüchtringen und stirbt dort 1989.
1986-2008 Neuer Pfarrer ist Franz-Josef Hagemann aus Meschede.
1988 Gründung eines Stammes der Deutschen Pfadfinderschaft St. Georg (DPSG).Die leerstehende Krypta unter der Kirche wird als vorläufiger Jugendraum für die Gruppenstunden der Pfadfinder eingerichtet.
1988 3. Neugründung des Kirchenchores
1989-1990 Renovierung und Umgestaltung des Pfarrhauses.
1990 Gründung eines Kirchbauvereins und Planungsbeginn zum Bau eines neuen und endgültigen Gemeindehauses.
1993 Feier zum 100-jährigen Bestehen des KAB-“Männervereins” mit einem Pontifikalamt mit Bischof Franz-Josef Bode, damals noch Weihbischof von Paderborn.Aus diesem Grunde ist die alte Kirche von der KAB noch einmal neu gestrichen und auf Hochglanz gebracht worden.
1997-1998 Bau eines Gemeindehauses auf dem Grundstück der kurz zuvor abgerissenen Herz-Jesu-Kapelle, die den Anforderungen neuzeitlicher Gemeindearbeit als Pfarrsaal seit Jahren nicht mehr entsprach. Die Gemeindeklause, die sich ebenfalls sehr bald als nicht ausreichend erwiesen hatte, wird weiterhin für Krabbelgruppen sowie gelegentliche Sondergruppen benutzt.
1999 Beginn der Vorplanungen zum Zusammenschluß der beiden Kirchengemeinden St.-Franziskus-Heven und Herz-Jesu-Bommern zu einem “Pastoralverbund”, da sich in den letzten Jahren zunehmend erwiesen hat, daß aufgrund des immer stärker werdenden Priestermangels eine einzelne Gemeinde in Zukunft nicht mehr lebensfähig sein wird.
2002 Am Ende des Jahres 2002 umfaßt die Kath. Kirchengemeinde Herz-Jesu 2.147 Katholiken, die in der Gesamteinwohnerzahl Bommerns von 8.747 einen Prozentsatz von 24,5% darstellen.
2008 Herz-Jesu Witten als Gemeinde im Pastoralverbund Witten-Ruhrtal mit Pfarrer Hans-Otto Schierbaum als Pastoralverbundsleiter